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09.11.2013, 20:29 Uhr
Stellungnahme zur EKD-Schrift zur Famile
EKD-"Orientierungshilfe" zur Situation der Familien im 21.Jahrhundert.
Der EAK Hamburg sieht seine Aufgabe nicht vordringlich darin,eine theologisch begründete ,kritische Stellungnahme abzugeben,sondern wir wollen die EKD veranlassen, im Diskurs ein Leitbild zu erarbeiten, das im Glauben verankert,  allen Menschen, insbesondere aber den politisch Handelden  hilft,  Ehe, Partnerschaft und  Familie im Interesse des Gemeinwohls und eines jeden Einzelnen zu ermöglichen.

Die Schrift leistet dabei durchaus eine gute Beschreibung des Ist-Zustandes heutiger Familiensituationen:
  • spätere Familiengründung und weniger Eheschließungen
  • zunehmende Vielfalt des Familienlebens(z.B. klassische Ehe, Patchwork-und "Regenbogen"familien, Alleinerziehende und unverheiratete Paare)
  • sich auseinander entwickelnde soziale Milieus(durch Einkommen, Bildung, Wohn-und Arbeitsverhältnisse-prekär und befristet-)
  • steigender Anteil(> 30%) Familien mit Migrationshintergrund
Die EKD-Schrift formuliert nun aber nicht ,wie Ehe ,Familie und Partnerschaft aus evangelischen Verständnis heraus gelebt werden sollten, und welcher Bedingungen  es bedarf, damit sie gelingen.
Insofern ist die "Orientierungshilfe" eine Übersicht ohne eigenen Beitrag.
Es sei denn, eine "alles-geht-und-nichts-muss"-Haltung wäre das Ziel.

Auch wenn früher Gesetze und moralische Regeln einen zu engen Rahmen für die Entfaltung des einzelnen Menschen setzten,ist es heute doch eher die stärker werdende Individualisierung, das Fehlen von Verbindlichkeit und Werten wie Achtung und Respekt gegenüber  dem anderen ,die langfristig für den Einzelnen und für die Gesellschaft zum Problem werden.

Gerade in der erwünschten Vielfalt im Zusammenleben muss es verlässliche Rahmenbedingungen geben, wenn sie erfolgbringend  sein soll.
Hier hat die EKD mit der Schrift eine Chance vertan,konkret von eben diesen verbindlichen Werten und Strukturen zu sprechen und damit echte Orientierungshilfe zu leisten.
Wird ,wie angegeben,der Annahmen gefolgt, dass der Bibel keine eindeutige erstrebenswerte Familienbeschreibung zu entnehmen sei,dann muss sich das geforderte Leitbild an den christlichen Werten : z. B an der Liebe, der Treue, der Verlässlichkeit, der Fürsorglichkeit, der Rücksichtnahme und dem Mitgefühl, orientieren.
Ziel muss es sein, Strukturen zu benennen und zu fördern, die auf langfristige Stabilität und Dauer ausgerichtet sind ,und die eine  von Liebe und Treue geprägte Verantwortungsübernahme für sich und andere ermöglichen.
Insbesondere ist es wichtig,den Bedürfnissen der Kinder auf (emotionale)Sicherheit eine zentrale Position einzuräumen und Vorrang vor  individuellen Entfaltungswünschen ihrer Eltern zu geben(oder diese zumindest gleichrangig zu behandeln).
Wir erwarten dabei eine Orientierung auf Ehe und Partnerschaft hin, die in Gleichberechtigung und Wahlfreiheit gelebt werden können. Dazu gehört, dass den Frauen und Männern, die sich eine zeitlang auf das Wohl der Familie konzentrieren wollen, dieses auch fördernd zu ermöglichen.
Die Formulierung eines solchen evangelisch geprägten Leitbildes ist sicherlich keine leichte , in Zeiten ausufernder Individualität aber sehr wichtige und lösbare Aufgabe.
Wir sind bereit, unseren Beitrag dazu zu leisten.